Rückblick auf 2009 …

Als ich meine SUCHE startete …

Über die Astro-Oma, die inzwischen selbst nicht mehr unter uns ist, kam der Kontakt zu meinem Vater erneut zustande. Es war kein zufälliges Wiedersehen und auch kein impulsiver Schritt. Es war eher ein vorsichtiges Annähern, getragen von dem Gefühl, dass manches erst möglich wird, wenn die Zeit reif ist. Sie bat mich damals um etwas sehr Konkretes: nicht über Vergangenes zu sprechen. Keine alten Geschichten, keine Vorwürfe, keine Aufarbeitung. Nur Gegenwart. Und an diese Absprache hielt ich mich. Vielleicht war genau das der Schlüssel. Nicht alles noch einmal aufzurollen, sondern Raum zu lassen. Raum für ein neues Miteinander, das nicht auf dem beruhte, was war, sondern auf dem, was werden konnte. Schritt für Schritt wuchs daraus etwas, das sich langsam wieder nach Team anfühlte. Nicht sofort vertraut, aber ehrlich. Nicht perfekt, aber tragfähig.

2009 begannen wir, gemeinsam nach vorn zu schauen. Wir sprachen über Ideen, über Möglichkeiten, über Projekte, die bisher nur Gedanken gewesen waren. Zum ersten Mal ging es nicht um Trennlinien, sondern um gemeinsame Ziele. Wir planten, strukturierten, verworfen und begannen neu. Aus Gesprächen wurden erste Schritte, aus ersten Schritten konkrete Vorhaben. Was lange abstrakt gewesen war, fand plötzlich seinen Weg in die Realität. Diese Projekte waren mehr als Arbeit. Sie waren Ausdruck eines neuen Vertrauens. Jeder kleine Fortschritt zeigte uns, dass Zusammenarbeit möglich war – nicht trotz der Vergangenheit, sondern unabhängig von ihr. Wir lernten, uns aufeinander zu verlassen, Entscheidungen gemeinsam zu tragen und Verantwortung zu teilen. Bis heute setzen wir diese Projekte um, entwickeln sie weiter und passen sie an das Leben an, das sich ständig verändert. Was dabei immer präsent war, auch wenn es selten ausgesprochen wurde, war die leise Begleitung derer, die bereits gegangen sind. Die Erfahrungen der Verstorbenen flossen mit ein – nicht als Stimmen aus einer anderen Welt, sondern als Erinnerungen, Haltungen, innere Leitlinien. Die Astro-Oma, mein Onkel, die Seele meiner Mama. Sie alle hinterließen Spuren, die uns Orientierung gaben. Nicht als feste Antworten, sondern als Gefühl dafür, was sich stimmig anfühlt. Diese Art von Esoterik war nie laut. Sie verlangte keine Überzeugung und keinen Glauben im klassischen Sinn. Sie erlaubte vielmehr, Verbindungen zuzulassen, ohne sie erklären zu müssen. Sie gab Halt in Momenten, in denen rationale Lösungen nicht ausreichten. Und sie half uns, weiterzugehen, auch wenn nicht alles geklärt war.

Heute weiß ich: Nicht alles, was uns trägt, muss sichtbar sein. Manche Kräfte wirken leise, im Hintergrund. Sie zeigen sich nicht als Wunder, sondern als Ausdauer. Als Fähigkeit, dranzubleiben. Als Mut, neue Wege zu gehen, ohne alte ständig mitzuschleppen. Und vielleicht ist genau das das größte Geschenk dieser Zeit gewesen – die Erkenntnis, dass Weitergehen manchmal genau dort beginnt, wo man aufhört, zurückzuschauen.

Es ist noch viel zu tun, aber sei Dir gewiss, dass es jeden Tag Neuigkeiten gibt.