Über Hoffnung und den Versuch, sie mir auszureden
Mir wurde über Jahre gesagt, Hoffnung sei Selbstbetrug.
Nicht einmal, nicht beiläufig – sondern immer wieder.
So lange, bis ich begann, mir selbst zu misstrauen.
Heute weiß ich:
Das war keine Wahrheit.
Das war eine Strategie.
Hoffnung wurde nicht kritisiert, weil sie falsch war,
sondern weil sie gefährlich wurde –
für jemanden, der Kontrolle brauchte, wo Vertrauen hätte sein sollen.
Wer einem Menschen Hoffnung nimmt,
nimmt ihm nicht Illusionen,
sondern Orientierung.
Hoffnung ist kein Versprechen auf ein bestimmtes Ergebnis.
Sie ist die innere Erlaubnis, weiterzugehen,
auch ohne Garantie.
Dass dieser Versuch später auch andere Bereiche meines Lebens erreichte,
war kein Zufall.
Wo Hoffnung wieder auftaucht,
verliert Manipulation ihre Wirkung.
Ich habe gelernt, Hoffnung neu zu verstehen:
nicht als Wunschdenken,
sondern als leise, stabile Kraft.
Nicht laut. Nicht naiv.
Aber wahr.
Und heute weiß ich:
Selbstbetrug wäre gewesen,
zu glauben, dass Hoffnungslosigkeit Wahrheit ist.






