Dank über die Sonnenblume
  • Februar 1, 2026

Die Sonnenblume auf dem Friedhof war kein Zeichen im religiösen Sinn. Sie war auch kein Beweis. Sie war ein Symbol für etwas, das wir in diesem Moment dringend brauchten: Licht, das bleibt, auch wenn alles dunkel erscheint. Der Friedhof wurde für uns kein Ort des Endes, sondern ein Ort der letzten Hoffnung. Nicht, weil wir an den Tod glaubten, sondern weil wir an Verbindung glaubten. An die Nähe zu denen, die gegangen sind – meinem Onkel und der Seele meiner Mama. Sie waren nicht mehr da, aber sie waren auch nicht weg. In Gedanken, in Erinnerungen, in stillen Momenten gaben sie uns Halt. Die Impulse aus der Esoterik – unter anderem durch Pascal Voggenhuber – haben uns dabei nicht gesagt, was wir glauben sollen. Sie haben uns erlaubt, nichts abschließend erklären zu müssen. Es ging nicht um Jenseitsversprechen, sondern um die Erlaubnis, weiterzugehen, obwohl Fragen offenblieben.

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Der Friedhof
  • Januar 28, 2026

Der Friedhof war still, aber nicht leer. Still heißt nicht nichts. Still heißt: alles spricht leiser. Die Bäume flüsterten mit ihren kahlen Ästen, als würden sie Namen kennen, die ich längst vergessen hatte. Jeder Schritt auf dem Kies klang zu laut, als hätte ich keine Berechtigung, diesen Ort zu betreten. Und doch war ich da. Mit klopfendem Herzen und einer Frage, die keinen Satz fand. Zwischen den Grabsteinen lagen Geschichten, ordentlich aufgereiht und doch völlig durcheinander. Manche Namen kannte niemand mehr. Andere brannten noch frisch. Zeit verhielt sich hier anders – sie stand nicht still, sie ging nur langsamer, vorsichtiger. Als hätte sie Respekt.

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Der Moment
  • Januar 28, 2026

Vielleicht war das der Übergang, den ich lange nicht benennen konnte. Nicht zwischen Leben und Tod, nicht zwischen Glauben und Zweifel. Sondern zwischen Alleinsein und Verbindung. Zwischen Tragen und Getragenwerden. Der Moment war da, als wir uns eingestanden: Manche Wege gehen wir alleine. Aber stehenbleiben müssen wir nicht.

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Mein Jahr 2012
  • Januar 28, 2026

Rückblickend begann alles viel früher. 2001. Und doch verstand ich es erst zwanzig Jahre später. 2012 war das Jahr, in dem die Esoterik in mein Leben trat – nicht als Überzeugung, sondern als letzter Halt. Nach achtzehn Jahren stand ich zum ersten Mal wieder auf einem Friedhof. Nicht aus Mut. Nicht aus Neugier. Sondern, weil wir nichts anderes mehr hatten. Es war die letzte Hoffnung, die wir dort suchten. Nicht, weil wir an Wunder glaubten. Sondern, weil alles andere bereits versagt hatte.

Der Weg zwischen den Gräbern fühlte sich schwer an. Nicht in den Beinen, sondern im Inneren. Ich trug Dinge mit mir, für die es keine Worte gab. Ungeweint. Ungesagt. Ungetragen. Ich spürte dieses Ziehen im Brustkorb, dieses leise Wissen, dass man an einen Punkt kommt, an dem man nichts mehr festhalten kann – außer dem, was bleibt. Pascal Voggenhuber hatte nur eine Sonnenblume. Mehr nicht.

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