Ich war 14 Jahre – und Vietnam wurde zur inneren Suche
Ich war 14 Jahre alt, als sich in mir etwas öffnete, das ich damals noch nicht richtig benennen konnte. Es war keine Suche, wie Erwachsene sie planen. Kein fertiger Weg, kein Ziel, keine klare Frage. Es war eher ein inneres Ziehen. Ein Gefühl, dass irgendwo etwas verborgen lag, das mit mir zu tun hatte – mit meiner Geschichte, mit meiner Seele und mit dem, was ich später einmal verstehen sollte. Vietnam war für mich damals nicht nur ein Land. Es war ein Symbol. Ein Wort, das Bilder, Gefühle und Fragen in mir auslöste. Etwas Fernes, das sich trotzdem nah anfühlte. Etwas Geschichtliches, das plötzlich ganz persönlich wurde. Ich verstand noch nicht, warum mich gerade dieses Thema berührte. Ich wusste nur: Da ist etwas. Da ruft etwas. Da beginnt eine Spur.
Mit 14 Jahren steht man eigentlich zwischen Kindheit und Erwachsenwerden. Man versucht, sich selbst zu finden, während die Welt um einen herum oft viel zu laut ist. Auch ich stand zwischen vielen Gefühlen. Zwischen dem Wunsch, einfach jung zu sein, und dem inneren Wissen, dass mein Weg nicht ganz gewöhnlich werden würde. Die Musik begleitete mich dabei. Worte, Melodien und Erinnerungen wurden zu Zeichen. Manche Lieder fühlten sich an wie kleine Botschaften. Nicht, weil sie alles erklärten, sondern weil sie etwas in mir wachhielten: Durchhalten. Weitergehen. Nicht aufgeben. Jung bleiben im Herzen, auch wenn das Leben früh schwer wurde. Vietnam wurde dadurch zu einem Anfangspunkt meiner Seelensuche. Nicht, weil damals schon alles klar war, sondern weil sich dort zum ersten Mal zeigte, dass meine Wahrnehmung tiefer ging als das, was man im Alltag erklären kann. Es war der Beginn einer Verbindung zwischen Geschichte, Gefühl, Erinnerung und innerem Wissen.
Später kamen andere Stationen hinzu. Menschen, Begegnungen, Verluste, Projekte, Zeichen und Namen. Manche Wege führten über Familie, manche über Musik, manche über Esoterik, manche über Schmerz. Doch der Anfang dieser besonderen Suche lag viel früher als 2009. 2009 bekam die Suche eine neue Richtung. Durch den erneuten Kontakt zu meinem Vater, durch die Astro-Oma und durch die ersten gemeinsamen Projekte wurde aus dem inneren Fragen langsam ein äußerer Weg. Was mit 14 Jahren als leises Gefühl begann, fand Jahre später eine Form. Aus inneren Spuren wurden Gespräche. Aus Gesprächen wurden Projekte. Aus Projekten wurde ein Lebensweg. Heute sehe ich diese Zeit nicht mehr nur als Vergangenheit. Ich sehe sie als Ursprung. Als ersten Hinweis darauf, dass meine Seele schon früh versucht hat, Zusammenhänge zu erkennen. Vietnam war dabei nicht das Ende einer Antwort, sondern der Anfang einer Frage:
Was sucht eine Seele, wenn sie spürt, dass ihr Weg größer ist als der Moment?
Vielleicht begann genau dort meine eigentliche Suche. Nicht 2009. Nicht mit einem fertigen Plan. Sondern mit 14 Jahren, mit einem Gefühl, einer Ahnung und dem leisen Wissen, dass ich irgendwann verstehen würde, warum mich bestimmte Zeichen nicht mehr loslassen.








